Alle Artikel dieses Autors

WAS SOLL MAN DENN

immer lesen, wenn man auch noch gute Laune kriegen möchte?! „These characters are in the wrong place, at the wrong time, with the wrong idea, thinking everything will be alright.“ Eine 8-Track-Hitliste shot By Gregory Galloway. Klingt verdammt akutell. (Sic). Warnung: Nichts Aktuelles.

 

https://crimereads.com/8-noir-novels-featuring-saps-and-suckers/

Nur ein Beispiel:

The Hot Spot - Limited Collector's Edition - Cover D [Bluray+DVD]



ALLES AUF M

Ein Kapitel aus dem Buch vorab:

Bettina Köster: “Mir ist erst Jahre später aufgefallen, was für einen ungewöhnlichen Werdegang wir eigentlich hatten. Es kam alles von selbst”

Ein Satz aus dem Kapitel: „Bettina: Die wollten die Kontrolle über uns. Aber wir waren einfach nicht kontrollierbar.“

12.11.Ventil Verlag



SARGASSO NUMBER IV

„Issue IV of SARGASSO, the art & literature haven of the holy, the ragged, and the mad is dedicated to the memory of our friend Alain Croubalian (1964 – 2021). You left us, to join „the others“.
104 pages/Seiten, limited & numbered edition.
Contributors/Autoren: Ableev, Claudia Bierschenk, Stephen Crane, Alain Croubalian, John Dorsey, Alan Ehrensache, Sven Heuchert, Maik Hübeler, Suzie Kaplan Olmsted, M.A. Littler, Kody Skye Lugo-Bautista, Anto Macaroni, Malina, Gerard Manley-Hopkins, Jack Micheline, Joe Milford, D.H. Ottn, Pauline Owens Teel, Kiev Stingl, Kinki Texas, John Tottenham, Katie Wallace, Martin H. Werner.“

Next issue/Nächste Ausgabe



BÜCHER MESSEN UND GEHENKTE

– Auf der Frankfurter Messe holt man sich eher einen Tripper als auf dem Platz der Gehenkten.

(Heute gelesen bei Hubert Fichte, S. 96, könnte jedoch eine veraltete Einschätzung sein, weil geschrieben 1985/86 oder weil „Spielzeit das Jahr 1970“ ist. Und hat er echt auf der Messe gemeint oder Frankfurt allgemein während der Messe? In der Nacht vor dem Abflug nach Knoxville bediente ich in einer Rocker- und Zuhälterkneipe am Bahnhof die Jukebox, um der Stille eine reinzuhaun, und dann legte mir der Wirt eine handvoll Euros auf den Tisch und meinte, du machst das schon, ehe es dann lauter wurde, und immer mehr Männer mit langen Haaren und dünnen weißen Trainingsanzügen, Nylon oder was das war, es sah dämlich aus, aber das ist eine andere Geschichte, die nichts mit Marrakesch zu tun hat, weil ich dort nie war).



SO GANZ LANGSAM

fangen wir an zu überlegen, ob wir uns auch mal outen könnten, aber wir sind noch nicht so weit. Das heißt nicht, dass wir gute Ratschläge möchten. Außer von Helena Ferranti, das ist klar.

„Die spanische Thrillerautorin Carmen Mola wollte ihre Identität nicht preisgeben, angeblich, um ihr Privatleben zu schützen. Bei einer Preisverleihung [1 Million, A.d.A.] standen nun drei mittelalte Herren auf der Bühne, die sich als die wahren Kreativen hinter dem Pseudonym zu erkennen gaben (…) Antonio Mercero sagte der spanischen Tageszeitung »El País«: »Wir haben uns nicht hinter einer Frau versteckt, sondern hinter einem Namen. Ich weiß nicht, ob sich mit einem weiblichen Pseudonym mehr Bücher verkaufen lassen als mit einem männlichen, aber ich bezweifle es.«“

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/thriller-autorin-carmen-mola-ein-pseudonym-fuer-ein-maennliches-autoren-trio



BILD DIR KEINE MEINUNG

Kaum habe ich heute seit langem wieder die Kombination „Bild-Zeitung“ in die Welt geschrieben, bekomme ich eine Antwort von meinem PC. Werde ich beobachtet? Das wundert mich nicht. Denn mit Brecht weitergedacht: Jemand muss die Beobachter beobachten … Hier meine Cut-Up-Version des Berichts von Martin Zeyn, der heute bei BR-KulturBühne mit Datum von morgen erschienen ist, weil er erst morgen um 8:30 in der BR-Sendung KulturWelt gesendet werden wird, falls er gesendet werden wird:

„Im Zweifel für den Angeklagten, muss auch für Reichelt gelten, auch wenn seine Zeitung Bild diese Maxime oft genug mit Füßen getreten hat (…) Der Ippen-Verlag, zu dessen Gruppe unter anderem der Münchner Merkur, die Münchner TZ, die Frankfurter Rundschau und der Westfälische Anzeiger gehören, setzte deswegen sein investigatives Recherche-Team auf den Fall an“. Dem wurde nun „per Mail und mündlich mitgeteilt, dass ihnen eine für „Sonntag, 17. Oktober 2021 geplante Berichterstattung über Machtmissbrauch gegen Frauen und weitere Missstände bei Axel Springer SE und insbesondere die Person Julian Reichelt, BILD Chefredakteur“ untersagt wird. Das Investigativ-Team kritisierte diese Entscheidung in einem Schreiben hart, das von Jan Böhmermann auf Twitter veröffentlicht wurde.  (…) Was sich die Geschäftsleitung des Ippen-Verlags nicht traute, legt jetzt die New York Times vor. Hier wiederholt eine Mitarbeiterin, die aus Angst vor Nachteilen, anonym bleiben will, die Vorwürfe gegen Reichelt. Er habe Journalismus, Firmengelder und Sex miteinander verwoben. Frauen, die ihm gefügig waren, wurden befördert, verloren aber ihre Jobs zum Teil wieder, wenn sie sich später verweigerten. Einer Mitarbeiterin, die ihrer Aussage zufolge eine Äffare mit Reichelt hatte, habe der Chefredakteur eine Einmalzahlung von 5000 Euro autorisiert, von der sie niemanden habe erzählen sollen. In der NY Times heißt es: „That’s how it always goes at Bild.[…] Those who sleep with the boss get a better job.” 

https://www.br.de/kultur/bild-reichelt-ippen-verlag-stoppt-aufklaerung-100.html?fbclid=IwAR0HSF1Xa81YJgVDjICd-g72EgPLad0RmFBiTS6z3xxUFrdWJj-ghebok2I

Mein Anwalt sagt dazu: „Gegen die NY Times klagen ist sicher kein Spaziergang. Aber wir sind ja nicht auf die Welt gekommen, um dauernd Spazieren zu gehen!“ Ich bin wie meistens anderer Meinung.

Aktualisiert 19:07: Der Mann wurde gefeuert. (So what)



JEAN AMÉRY

starb am 17. Oktober 1978 – „Mit einer Überdosis Schlaftabletten vollzog Jean Améry im Oktober 1978 den Suizid, der vier Jahre zuvor noch gescheitert war, weil ihn ein Freund in letzter Minute gefunden und ins Krankenhaus ­hatte bringen lassen. Sein Freitod war die zum Äußersten getriebene Konsequenz aus den »unauflöslichen Widersprüchen der condition suicidaire«, die der Auschwitz-Überlebende in seinem 1976 veröffentlichten Buch Hand an sich legen beschrieben hatte“, schreibt Jérôme Buske in der aktuellen Jungle World.

„Minutiös bereitet er alles vor“ (im Östereichischen Hof in Salzburg), schreibt Irene Heidelberger-Leonard in ihrer Améry-Biographie, „seine Abschiedsbriefe liegen bereit: In schönster Handschrift entschuldigt er sich bei der Hotelleitung, weil er ihr <Ärgerlichkeiten> bereite (…) Er wurde erwartet, nicht nur in Mannheim, auch zur Messe. Als die Nachricht aus Salzburg in Frankfurt einschlug, hielt die Frankfurter Bücherwelt eine Sekunde lang den Atem an (…) Ironie der Ironie: Allein die BILD-Zeitung verleiht ihm das Epitaph, das er so ersehnt hatte: <Selbstmorddichter Améry lag tot im Hotel – vergiftet!>“

In mein Exemplar von Hand an sich legen schrieb ich auf die letzte Seite „7. Dezember 1978“ (und könnte es auch so sehen, dass es der Beginn von vielen Ärgerlichkeiten war). Auf Améry war ich über einen Artikel des Spiegel-Journalisten Christian Schultz-Gerstein gekommen, dessen Buch Der Doppelkopf über den Widerstandskämpfer und Auschwitz-Häftling und über seinen eigenen Nazi-Vater dann ein Jahr später im März-Verlag erschien. Ob Schultz-Gerstein 1987 Selbstmord beging oder an Kreislaufversagen starb, konnte nicht geklärt werden. Bei Edition Tiamat erscheint demnächst eine erweiterte Neuausgabe seiner Arbeiten mit dem Améry-Interview.

Das Gesamtwerk von Jean Améry (und die Biographie) bei Klett-Cotta. Es konnte und kann die Ärgerlichkeiten da draußen nicht beseitigen. Aber es hilft.



DIE OPTIMAL HITPARADE

ist natürlich auch ein Panoptikum der Exzentrik, des Weltbewegenden, Untergegangenen, Unverwüstlichen: 60 Sendungen hat der Optimal Plattenladen aus München inzwischen aufgestellt, und schon vor einem Jahr dieses Best-of-Optimal&Friends, das 90 Minuten durch die Welt der Musik und der Menschen groovt: welche eine Aufnahme ziehen sie raus und was sagen sie dazu und wie schaun sie dabei aus der Wäsche und könnte man vom Alter auf den Sound schließen? Abenteuer, Wundertüte, Geisterbahn, echt jetzt:

Hier die neuste Ausgabe Vol58 mit neuem Stoff, der auch alt sein kann, es fängt an mit einer Neuausgabe von Faust:



DER DRECKSACK HAT GEBURTSTAG

und er ist nicht ein Drecksack, sondern eine hervorragende Literaturzeitschrift, die übrigens auch ein guter Härtetest ist, da müssen Sie einfach nur mal Ihre LiteraturdozentInnen oder Buchhändler*innen fragen, ob sie sie, den Drecksack kennen. Wenn nicht, sollten Sie deren fachliche Kompetenz auch mal hinterfragen, wenn nicht sogar hintergehen, oder besser hintertreiben?



UMVOLKUNG ABER NORMAL

Guten Tag! Wie zu erwarten war, haben wir für unser Digitalkaufhaus spendekunst.org (das dem Augsburger Flüchtlingsrat Flüra Augsburg beigeordnet ist) schneller neue Spenden zum Verkauf erhalten, als uns eine neue Regierung über die Straße in die Zukunft helfen könnte.
Unsere Freund*innen vom Ventil Verlag haben einen Stapel Bücher gespendet, insgesamt 5 Posten, von denen wir hier mal, passend zum Zeitgeschehen, Verena Krachers Studie über „Incels“ und Pia Klemps Roman „Entlarvung“ nennen. Wir sagen 1000 Dank! Und versprechen, dass wir uns mit den Erlösen keinen neuen Dienstwagen kaufen, sondern weiter an einer sinnvollen Umvolkung Deutschlands nachhaltig arbeiten.
Also besuchen Sie uns und kaufense vielleicht was ein, ehe das Christkind Ihr Geld gefressen hat. Mit freundlichen Grüßen.