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10 REGELN VS FAKE-NEWS

https://www.sueddeutsche.de/medien/coronavirus-informationstipps-1.4846836

Aus #2: „Eine gute Faustregel ist: Über soziale Medien verbreitete Behauptungen sollten die Empfänger mit zwei verlässlichen Quellen überprüfen. Denn es gibt gerade in Krisensituationen immer wieder Betrüger, die bewusst falsche Informationen verbreiten. Und auch nicht davor zurückschrecken, mit gefälschten Fotos zu arbeiten, die Nachrichtenseiten zeigen.“



MEANWHILE IN MUNIC

Ein Brief von unseren Freunden vom Konzertveranstalter Club 2, dem wir wie viele seit vielen Jahren eine Menge gute und mutige Arbeit verdanken, und für die schwierige Zeiten kommen, wie für alle, die im unabhängigen Art-Business tätig sind und nicht auf staatlichen oder städtischen Posten halbwegs ruhig sitzen können … wir bitten also um Beachtung:

„… Wir für unseren Teil, der CLUBZWEI (…) versuchen die Nerven nicht zu verlieren, obschon diese Krise, wir Ihr sicher mitbekommen habt, gerade uns und all die Kulturschaffende*n, Freiberufle*r und Selbstständige*n existenziell bedroht. Klar ist nun, dass unsere Veranstaltungen im März allesamt verschoben werden müssen.

Es wäre uns eine große Hilfe, wenn Ihr Euch mit der Rückgabe bereits gekaufter Tickets zurückhaltet. Gerade jetzt brauchen wir jeden Cent, um weiterarbeiten zu können.

Im Speziellen trifft das für das kommende Wochenende auf Leonie Singt im Heppel & Ettlich (20.03.), die muskalische Lesung mit Knarf Rellöm im Optimal (21.03.), Sven Regener im Volkstheater (21.03.) Tempers, Paar, Bleib Modern in der Milla (22.03.) zu. Davon betroffen werden auch folgende Veranstaltungen in nächster Zukunft sein, wie: – VIAGRA BOYS – 27.03. Feierwerk – ARIEL SHARRATT & MATHIAS KOM (from The Burning Hell) – 06.04. Unter Deck – OPEAN  12 – 17.04. MUG – Wir arbeiten an möglichen Alternativterminen, die wir rechtzeitig bekanntmachen werden.“

VISIT:  https://www.clubzwei.de/



MEANWHILE IN SERBIA

mussten unsere Freunde von diSTRUCTURA eine Ausstellung absagen:

Foto c by diSTRUKTURA



A SPECIAL TRIP TO THESSALONIKI

Von meinen FreundInnen von der Firma „Die Seiferei“, die in jeder Hinsicht stark mit Thessaloniki verbunden ist, kommt dieser Hinweis auf einen ausführlichen und mit vielen Verweisen ergänzten Artikel über diese faszinierende Stadt und ihre tragische Geschichte, die eine für immer offene Rechnung mit den Deutschen ist:

Thessaloniki – Die Vernichtung der „Judenstadt“ und ihre Folgen

https://seiferei.noblogs.org/

Ergänzender Literaturtipp zu exakt dieser Thessaloniki-Geschichte, die in der Gegenwart nicht erledigt ist: Der großartige Roman „Lebt“ von Orkun Ertener, der zuvor schon für eine der besten jemals in Germanistan produzierten TV-Serien, „KDD – Kriminaldauerdienst“, die Drehbücher geschrieben hat.



AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBEREIFRIGEN MUSIKSTUDENTEN (12)

Nach dem Einkaufen, kaum anders als sonst und kein Klopapier, schlagartig den Entschluss gefasst, die Anweisung, möglichst meistens zuhause zu bleiben, mit mehr Musik zu nutzen, genauer gesagt den schon lange gefassten, aber eigentlich bescheuerten Plan umzusetzen, links oben bei den Zahlen-Bands anzufangen und von A bis Z durchzumachen und mit den Kompilationen abzuschließen.

Wenn man zu nichts verpflichtet ist, fällt einem so böses Zeug ein wie eine Generalinventur. Dazu gehört: jedes Teil komplett abhören.

Geht also los mit 2Pac/Greatest Hits. Dann 3 Shades/Thank God For Beatniks. Dann 801/Live (wo mir klar wird, dass es auch eine Strafe ist, alles komplett abzuhören – wie man ja auch sagt, dass der Completist der Feind des Musikfans ist… aber der Plan war eben schon gefasst und schnelles Aufgeben ist meistens Shit).

Ich frage mich, wie weit ich damit kommen werde. Ich könnte eine Pi-mal-Daumen-Kalkulation aufstellen, aber das finde ich langweilig, geradezu feige. Komm ich bis Merricks/In Schwierigkeiten oder hat mich der Sensenmann – von dem ich glaube, dass er auch eine Frau sein könnte – schon vorher besucht?

Merricks´ Mastermind Bernd Hartwich ist vor wenigen Tagen gestorben, mit 53. Ich kannte ihn nicht gut, aber wenn wir uns mal irgendwo getroffen haben, unterhielten wir uns freundlich, einmal auf diesem Münchner Club-Gelände (Name fällt mir nicht ein) um 4h morgens, ich glaube, wir hatten beide irgendwo aufgelegt, jedenfalls war er stocknüchtern und musste noch weitermachen, während ich alles (oder auch alle) erledigt hatte und deshalb was intus haben durfte.

Seinen Merricks-Song „Schwierig Schwierig“ hatte ich für meine Trikont-Perlen-Compilation #2 bekommen, und von Der Englische Garten „Ein ehernes Gesetz“ für #4. Das In Schwierigkeiten-Album wurde „aufgenommen bei Radio Hartwich“, was das Geschäft seiner Eltern war, und war 1993 ein spezieller München-Reiseführer (mit Titeln wie „Club 2“ oder „Gabanyi“), der heute natürlich einen anderen Informationsgehalt hat.

Ich bin also mit dem alphabetischen Anfang meines Musikzeugs beschäftigt und würde sofort lieber bei M wie Merricks weiterhören. Die Entscheidung, mit CDs anzufangen, war bescheuert. Grundlos. Aber schon jetzt den ganzen Plan umschmeißen ist auch bescheuert… Es ist überhaupt alles bescheuert… Fuck the world and mind your own business. Würde ich außerhalb meines Tagebuchs sagen. Aber ich muss ja zuhause bleiben. Fuck this shit (dick unterstrichen).

Bildergebnis für merricks in schwierigkeiten

Bernd Hartwich mit Sonnenbrille: Ruhe in Frieden



41:43 FROM THE BEDROOM

LeRoy hat ein sehr smartes und abenteuerliches von seinen DJ-Sets ausgegraben: „bedroom dj vol.1 (the movie)“. Beste Akustikmedizin für gesteigerten Zeitvertreib. Man beachte auch seine Solo-Alben und seine Einsätze bei Das Hobos, H, Angela Aux oder Collosus of the Road and many more.

Spend your time @: https://www.schamoni.de/musik/schamoni-musik/



LOST IN AUSTIN

heißt einer der vielen Hätte-ein-Hit-sein-müssen-Hits von Marc Benno, und so ähnlich geht es grade dem geschätzten Kollegen und Tiamat-Autor Heiko Werning, der zumindest im Ungewissen dort hängt. Hier sein taz-Bericht von heute:

https://taz.de/Die-Wahrheit/!5667586/

uva



BUCHMESSE LEIPZIG ERSATZ LIVE STREAM

Mein Basislager Tropen Verlag meldet: Nach der Absage der Leipziger Buchmesse starten MDR Kultur und Das Erste die »virtuelle Buchmesse«. Dafür wird das geplante Bühnenprogramm mit prominenten Autor*innen am 14. März ins Studio verschoben und den ganzen Tag live ins Netz und im Radio übertragen. Um 12 Uhr spricht hier auch Tom Kummer über sein neues Buch »Von schlechten Eltern«.

Den Live Stream gibt es hier.



DENIZ YÜCEL IN DEINER STADT (VIELLEICHT)

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und Text



IM FALL WOODY ALLEN

fällt uns zuerst ein, dass wir es für eine der bedeutendsten zivilisatorischen Errungenschaften halten, dass man „im Zweifel für den Angeklagten“ ist. Davon sollten auch jüngere deutsche Rowohlt-Autorinnen mal gehört haben; wenn nicht, sollten sie ihre Schreibgeräte weglegen und ein paar Nachhilfestunden nehmen.

Der US-Regisseur wird seit fast drei Jahrzehnten von seiner Ex-Freundin Mia Farrow beschuldigt, „die gemeinsame Adoptivtochter (…) sexuell missbraucht zu haben“ und „bestreitet die Vorwürfe und beschuldigt Farrow, die Angelegenheit im Kampf um das Sorgerecht für die drei gemeinsamen Kinder erfunden zu haben.“ Seit „damals (steht) Aussage gegen Aussage“ und es gibt „keinerlei neue Beweise für Schuld oder Unschuld“ (SZ, 10.3.)

Man könnte also leicht auf die Idee kommen, dass man als Promi-BeobachterIn, selbst in Deutschland, in diesem Fall einfach die Klappe hält. Anders die Rowohlt-Autorinnen, die die Rowohlt-Ausgabe von Allens Autobiographie stoppen möchten, nachdem der US-Verlag Hachette die Veröffentlichung der Originalausgabe gecancelt hat. „Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Sascha Lobo, Kathrin Passig und Margarete Stokowski, die in dem Schreiben mit einer für diesen undurchsichtigen Fall erstaunlichen Selbstsicherheit die Seite der Familie Farrow einnehmen“ (SZ, David Steinitz).

Oliver Maria Schmitt zitiert dazu auf seiner Facebook-Seite aus einem FAZ-Online-Artikel (der hinter der Bezahlschranke steht) des Strafrechtlers und Richters Tonio Walter: zum Allen-Fall gehöre „Zum Beispiel der (unbestrittene) Hinweis, dass sich Allen freiwillig einem Polygrafentest (‚Lügendetektor‘) unterzogen und ihn bestanden hat – während sich Mia Farrow dem Test verweigerte. Nach all dem kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass in diesem Fall nur ein Vorwurf zu erheben ist: der des Rufmordes (…) Die Autoren des offenen Briefes an den Rowohlt-Verlag halten es nun für ‚unethisch‘, dass der Verlag die Angaben vermutlich nicht prüfen werde, die Woody Allen in seinem Buch mache, und erkennen darin einen ‚Mangel an Interesse für die Belange der Opfer sexueller Übergriffe‘. Unethisch ist aber in erster Linie das blinde Nachbeten einer Falschbeschuldigung. Und um eine solche handelt es sich nach den klaren, ohne Einschränkung formulierten Ergebnissen der polizeilichen, medizinischen und psychologischen Untersuchungen zu diesem Fall.“

Wir registrieren, dass Tonio Walter „kaum ein Zweifel“ schreibt. Und wissen nicht, was das bedeuten könnte. Wissen aber genau: Im Zweifel für den Angeklagten. Der als unschuldig zu gelten hat, wenn es keine Beweise für das Gegenteil gibt. Ich fände es gut, wenn Leute, die das anders sehen, keine Bücher und Artikel schreiben, sondern sich ein anderes Meinungsverbreitungsgebiet suchen würden.