die einem schon sehr seltsam vorkommen, wie bitte?!, falls sie dich nicht sogar aufregen oder sogar wütend machen. Der Song ist aus und dann sagt der Mann, der im Radio sitzt: gesungen von Marvin Gaye, der 1984 gestorben ist, wir kommen zu … – Hallo?! Ge-stor-ben? Marvin Gaye ist nicht gestorben, er wurde von seinem Vater ermordet. Zwei Schüsse. Als er seine Mutter beschützte, die mit dem Alten in Streit geraten war… – (Weil du im Alter penibel wirst, korrigiere ich mich: Nach einem Revisionsprozess wurde der Gaye-Killer nicht wegen Mord, sondern nur Totschlag verurteilt. Sechs Jahre: auf Bewährung. Gut weggekommen, auch weil er einen Gehirntumor vorweisen konnte. Mit dem er dann noch 14 Jahre am Leben blieb.)
Noch so ein Satz. In einem langen Artikel beschreibt der Politologe Mohamed Ibrahim, dass er sich aufgrund des mangelnden Mitgefühls der Deutschen für die Palästinenser nach dem 7. Oktober 23 „heute nicht mehr als Deutsch-Palästinenser, sondern als Palästinenser“ bezeichnet.Genau 1x steht „Hamas“ im langen Text: „Nach dem brutalen Angriff der Hamas auf Zivilist*innen (…)“. Ach ja? Ein brutaler Angriff sind ca. 1200 Ermordete, 250 Geiseln, x Vergewaltigungen, 5400 Verletzte? Besonders genaue Sichtweise eines Politologen, der „seit vielen Jahren Dialog- und Bildungsprojekte [organisiert]“?
Der Artikel wird kontrovers diskutiert, hier links zum Original in der taz und zur Fakten- und Personenkorrektur in der FAZ (die nach einer ersten Zusage dann doch von der taz abgelehnt wurde):
https://taz.de/Solidaritaet-mit-Palaestina-in-der-BRD/!6201028/
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/replik-auf-taz-autor-mohamed-ibrahim-der-deutsche-und-israelis-als-schuldige-ausmacht-und-geschichte-klittert-accg-201138478.html
Daraus ein Detail: „2016 nahm Ibrahim an einer Demonstration für den Boykott Israels teil, die der islamistische Aktivist Martin Lejeune organisiert hatte. Nach dessen Plan sollte die Demonstration am Holocaustmahnmal stattfinden, als symbolische Brücke zwischen den Naziverbrechen und israelischen Militäreinsätzen, wurde aber auf Anordnung der Polizei um einige Hundert Meter verlegt. Das ist wohl die Art der Palästinasolidarität, die Ibrahim in Deutschland vermisst.“
Der Film von Hubl Greiner erzählt von einem Schriftsteller der mit seinem teils brachialen und immer schonungslos kritischen Duktus kein Unbekannter ist. >> weitere Videos
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Verena Knapp
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